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Weihnachten in Deutschland Weihnachten in Deutschland blickt als eines der wichtigsten christlichen Feste auf eine lange Tradition zurück. Dennoch haben sich im Laufe der Jahre und Jahrzehnte die Schwerpunkte bezüglich Weihnachten bzw. dessen Begehung zugunsten einer eher unpersönlichen und Konsum orientierten Feier verschoben.
Betrachtet man beispielsweise die Bemühungen des Einzelhandels, zu Weihnachten 2006, vor der anstehenden Mehrwertsteuererhöhung den Konsum durch aggressive Werbekampagnen anzukurbeln, gewinnt man einen tieferen Einblick in die Bedeutung von Weihnachten für die Wirtschaft und Konjunktur.
Auch der Wegfall desWeihnachtsgeldes für zahlreiche Arbeitnehmer hinterließ in den letzten Jahren seine Spur bezüglich Verkaufszahlen und Absatz zu Weihnachten. Insofern lässt sich mit Gewissheit sagen, dass dieses christliche Fest neben seiner religiösen auch eine bedeutende wirtschaftliche Rolle innerhalb der deutschen Gesellschaft hat. Auch wenn in den letzten Jahren eine teilweise Rückbesinnung auf die eigentliche neuzeitliche Idee des Weihnachtsfestes - Besinnung, Frieden und Familie - stattgefunden hat und die Kirchen sich zu Weihnachten bzw. an Weihnachtsmessen füllen, unterliegt dieses Fest wie alle anderen Feiertage auch dem Wandel der Zeit und der Anpassung an neue Bedürfnisse. Nicht zuletzt jedoch bedient Weihnachten auch im Spannungsfeld von Konsum und neuer Armut entsprechende politische Inhalte. Sich gerade zum Fest der Liebe werbewirksam für mehr soziale Gerechtigkeit, Weltfrieden und Toleranz einzusetzen, ist vielen Politikern und Politikerinnen nicht fremd. Die Empfänglichkeit für 'weiche' Botschaften scheint bei den Wählern und Wählerinnen gerade zu Weihnachten sehr groß. Dass Weihnachten als altes heidnisches Wintersonnenwendefest (so zumindest sehen es einige Forscher) einen Wandel zu einem der höchsten christlichen Feiertage vollzogen hat, spricht in jedem Fall für den großen Interpretations- und Nutzungsrahmen, den es in sich trägt. Wohin der Trend in den nächsten Jahren geht, bleibt indes abzuwarten. Bild@Franz Haindl pixelio.de |